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Außertal 30, 6156 Obernberg im Wipptal

Ende März, Anfang April kommen jedes Jahr meistens noch einige Frostnächte auf uns zu, aber das Tal hat den eisigen Griff des Winters bereits merklich abgeschüttelt. Die Lärchen entfalten bereits ihr frisches Grün und es wird lebendig im Geäst und auf dem Waldboden.

Die Frühlingssonne beginnt sich zaghaft durchzusetzen. Man glaubt, es sei noch viel zu kalt für die zarten Geschöpfe und doch flattern manche Schmetterlinge schon über die noch schneebedeckten Matten. Der Kleine Fuchs ist, zusammen mit dem Zitronenfalter und dem Tagpfauenauge, einer der ersten Boten des Frühlings. Er überwintert als Falter in Kellern oder Dachböden. Weil der Schmetterling deshalb im Frühjahr schon ausgewachsen ist und nicht erst schlüpfen muss, flattert er bereits im März herum. Ihm helfen die Frühblüher jetzt über die erste harte Zeit.

Hufflattich Rote Waldameise Obernberg Wipptal TirolMit zu den ersten Blütenpflanzen, die im Frühling aus der Erde brechen, zählt der goldgelb leuchtende Huflattich. Auf jedem der geschuppten, grünlichen bis rötlichen Blattstengeln erhebt sich nur ein Blütenkörbchen. Die äußeren Zungenblüten sind sehr nektarreich und dienen Bienen und Fliegen als erste Nahrungsquelle, die durch die helle, intensive Farbe und den leichten Honigduft angelockt werden. Im April verblüht die Pflanze wieder, dann erst erscheinen ihre erstaunlich großen, bis zu 30 Zentimeter breiten Blätter. Noch größere Blätter bildet die Pestwurz aus. Ihr kugeliger weißer Blütenstand ist dagegen sehr unscheinbar. Auch sie ist ein Frühblüher und bedeckt jetzt oft ganze Böschungen in Schluchten, an Bächen oder anderen feuchten Standorten.

Die ersten offenen Bodenflächen und vor allem schneefreie Baumstümpfe werden jetzt schnell zum Tummelplatz allerlei Insektenarten. Eine der ersten Fluginsekten sind die Hummeln, da sie gegen Kälte relativ unempfindlich sind.

Aus ihrer Kältestarre erwacht, kriechen die ersten Arbeiterinnen der Roten Waldameise aus ihren tief gelegenen Kammern ans Tageslicht. Und schon beginnen sie eifrig Baumaterial für ihr neues Nest zu sammeln. Sie werden in wenigen Wochen wieder einen ansehlichen, über einen Meter hohen Berg an Nadeln und Zeigen aufgeschlichtet haben. Der Hauptbau befindet sich bis zu zwei Meter tief unter der Erde. Ein Volk kann aus maximal 800.000 Lebewesen bestehen, die pro Tag unzählige Insekten vertilgen – darunter viele potentielle Schädlinge.

Kleines Alpenglöckchen Grünspecht Obernberg Wipptal TirolWo Insekten sind, sind Spechte nicht weit. Wenn ihr „Trommeln“ durch den Wald hallt, ist der Frühling angebrochen. Bis zu 20 Mal in der Sekunde lässt der Specht dann seinen harten, spitzen Schnabel gegen das Holz wirbeln. Dies dient in erster Linie der Balz, zu der auch bestimmte Flugmanöver und lautes Rufen gehören. Geschlechtspartner sollen auf diese Weise angelockt, Eindringlingen dagegen klar gemacht werden, dass sie sich in fremdem Territorium befinden. Der Grünspecht bevorzugt vor allem Waldameisen als Nahrung. In ihren Bauten hinterlässt er trichterförmige Löcher, durch die er mit seiner langen, klebrigen Zunge die Gänge nach Ameisen und Puppen durchstöbert. Sein Tagesbedarf liegt bei etwa 2000 Insekten. In den ausgedehnten Lärchenwiesen des Tales kommt er besonders häufig vor. Der Schwarzspecht, die bei weitem größte heimische Art, kann bei einer einzigen Mahlzeit an die 900 Borkenkäfer-Larven vertilgen. Er hinterlässt bevorzugt in alten Fichten große, ovale Bruthöhlen, in denen er selbst mehrere Jahre nistet. Seine Nachmieter sind meist Dohlen, verschiedene Kauzarten oder auch Hornissen Alle Spechtarten ernähren sich auch von Insekten – oft von potentiellen Schädlingen, die sie hinter Baumrinden, Ästen und Stämmen heraus klopfen.

 

Tiroler Schutzgebiete Kathrin Herzer, Schutzgebietsbetreuerin Stubaier Alpen
www.tiroler-schutzgebiete.at


Bildmaterial:
© K. Herzer: Kleiner Fuchs (Aglais urticae), Huflatich (Tussilago farfara), Pestwurz (Pestasites albus), Waldameise (Formica rufa)
© F. Wierer: Grünspecht (Picus viridis)

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Email: info@almis-berghotel.at

Aussertal 30
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